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Mittwoch - 26.02.2020

Regionalwettbewerb Jugend forscht – eine Plattform für kleine Forscherinnen und Forscher

„Schaffst Du!“: Herstellung alternativer Kunststoffe auf Stärke-Basis

Bitterfeld-Wolfen 25. Februar 2020 – mit dem Motto „Schaffst Du!“ ermutigt Jugend forscht in seiner 55. Wettbewerbsrunde Kinder und Jugendliche, die vielfältigen Fragen zur Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft zu beantworten. Gerade junge Talente in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) brauchen eine individuelle Förderung ebenso wie unser Zutrauen, um die aktuellen und künftigen Herausforderungen unserer Gesellschaft zu lösen. Als Patenunternehmen übernimmt die Bayer Bitterfeld GmbH seit dem Jahr 1997 sehr gern Verantwortung als Ausrichter des Regionalwettbewerbes.

In diesem Jahr nahmen 65 Schülerinnen und Schüler aus Gymnasien und sowie ein Student von der Hochschule Merseburg teil, um ihre Projekte einer Fachjury zu präsentieren. Die jeweils Erstplatzierten der sieben Fachrichtungen werden dann gegen andere Regionalsieger beim Landeswettberb in Halle um die Fahrkarte zum Bundeswettbewerb in Bremen vom 21. bis 24. Mai 2020 kämpfen. 

Die Schülerinnen und Schüler kamen aus Aschersleben, Gräfenhainichen, Dessau, Halle, Havelberg, Jessen, Merseburg, Roßleben, Schulfporta und Wernigerode. Sie erarbeiteten ihre kleinen wissenschaftlichen Projekte an den Schulen und auch in Kooperation mit Universitäten in Halle und Leipzig und mit Schülerforschungszentren in Halle und Havelberg.

Die betreuenden Lehrer führten bereits junge Schülerinnen und Schüler ab 10 Jahre an den Wettbewerb heran. Sie treten in der Sparte Schüler experimentieren an.

Die Fachgebiete Biologie, Technik und Arbeitswelt verzeichneten in diesem Jahr die meisten Projekte.

Im Fachgebiet Biologie erforschte zum Beispiel Gustav Pradel (18), Landesschule Pforta, die Wirkung von verschiedenen Medikamenten auf die Kardiomyogenese embryonaler Mausstammzellen. Jule Patzelt und Svenja Rohde (12) vom Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode untersuchten die besten physikalischen Bedingungen beim Kompostieren von Abfällen in verschiedenen Behältern.

Im Fachgebiet Technik experimentierten Jungforscher mit Feinstaubbelastungen, bauten einen effektiveren Maulwurfvertreiber, automatisierten eine Pfannkuchenmaschine oder fragten sich wie der 12-jährige Samuel Hofmann aus Aschersleben: Ist mein Roboter vernünftig?

Dem Fachgebiet Arbeitswelt werden Projekte zur Verbesserung der Arbeits-, Schul- und Lebensbedingungen zugeordnet.

Cedric Frauendorf, (20), Hochschule Merseburg, langjähriger Teilnehmer bei Jugend forscht, konstruierte einen universellen Peilsender für höhere Reichweiten und Zuverlässigkeit sowie für mehrere Ortungsstationen gleichzeitig anwendbar. Willy Herbig (17) und Jeremias Hummel (18), beide lernen an der Landesschule Pforta, wollen den Physikunterricht der 10. Klasse durch ein spezielles Konzept für Versuche mit Ultraschall bereichern.

Aber auch in den Fachgebieten Chemie, Mathematik und Physik lagen hoch interessante Projekte vor.

Im Fachgebiet Chemie stand die Substitution von bisher eingesetzten durch umweltverträglichere Materialien im Mittelpunkt der Erforschung. Schülerinnen ersetzten Palmöl durch heimische Ölsaaten oder prüften, wie durch den Einsatz von Essig eine längere Nutzung von Gebrauchsgegenständen erreicht werden kann. Jannik Schimpf (14) und Marvin Lehmann (15), Georg-Cantor-Gymnasium Halle, stellen alternative Kunststoffe auf Stärkebasis her. Es war ihr Ziel, eine umweltfreundliche Alternative zu erdölbasierten Kunststoffen zu finden, welche aber ähnliche Eigenschaften besitzt und auf nachwachsenden Rohstoffen basiert.

Im Fachgebiet Mathematik/Informatik verwirklichte der 10-jährige Linus Trautmann, Georg-Cantor-Gymnasium, seine Idee, mithilfe eines Barcodelabel seinen Schulranzen fehlerfrei packen zu können.

Andere Jungforscherinnen und Jungforscher verbesserten die Programmierung eines Rasenmähers, um Hindernisse (z.B. Igel) besser zu erkennen oder untersuchten Risikoprozess- und Schadensanalysen in der Versicherungsbranche und entwickelten dafür eine Software zur grafischen Darstellung.

Im Fachgebiet Physik führten das Gymnasien Jessen, das Christian-Wolff-Gymnasium und das Georg-Cantor-Gymnasium aus Halle/Saale ihre Schülerinnen und Schüler bereits im Alter von 10 bis 14 Jahren an kleine wissenschaftliche Arbeiten heran.

Sieben junge Forscher/-innen erkundeten, wie die Oberflächenspannung von Wasser verändert werden kann, untersuchten Geräte zum energiesparenden Kochen des perfekten Frühstückseis und verglichen den Flug von Golfbällen und Modellfliegern anhand von verschiedenen Oberflächen.

Zwei Projekte von Jungforschern vom Georg-Cantor-Gymnasium Halle und von der Klosterschule Roßleben beschäftigten sich mit der optischen Analyse von Alterungsschäden an Photovoltaik-Modulen und einer eventuellen Mars-Kolonisation unter Berücksichtigung der Thermodynamik und der Relativitätstheorie.

Im Fachgebiet Geographie und Raumwissenschaften trat in diesem Jahr nur ein Projekt an. Julius Lustfeld (17), Georg-Cantor-Gymnasium Halle, erkundete das Umfeld von Halle/Saale. Er verglich die Vorkommen von Rhyolithen – landläufig als Porphyr bekannt – an verschiedenen Orten. Julius entwickelte eine einfache Methode, um Rhyolithe anhand der Farbgebung ihren Fundorten zuzuweisen.

Dr. Frank Wilgmann, Geschäftsführer der Bayer Bitterfeld GmbH, freute sich über die 38 Projekte. Bei einem Rundgang sagte er: „Ich bin wieder sehr überrascht vom Forscherdrang der Schülerinnen und Schüler und von der Vielfalt der ausgestellten Arbeiten. Ich wünsche den Siegern unseres Regionalwettbewerbs viel Erfolg beim Landeswettbewerb in Halle. Vielen Dank an unsere Juroren für ihr ehrenamtliches Engagement!“.

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