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Samstag - 23.11.2019

Bayer Bitterfeld GmbH verlieh erneut Wissenschaftspreis

Zwei junge Wissenschaftlerinnen mit Unternehmenspreis ausgezeichnet

Halle-Saale, 22. November 2019 – Seit dem Jahr 2008 verleiht die Bayer Bitterfeld GmbH den Wissenschaftspreis des Unternehmens für eine hervorragend Dissertationen an der Martin-Luther-Universität Halle (MLU), Institut für Pharmazie.

Der Wissenschaftspreis wurde auch diesmal ausgeschrieben. Eine Jury, die sich aus Vertretern der Universität und der Bayer Bitterfeld GmbH zusammensetzte, bewertete die eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten, die im Zeitraum 2018/2019 entstanden.   

Bei den eingegangenen Bewerbungen waren die Qualität und die thematische Breite der Forschungsdisziplinen in der Pharmazie in Halle bemerkenswert.  Die Jury ließ sich bei der Auswertung leiten von Kriterien wie Originalität der Arbeit, von der internationalen Sichtbarkeit der Erforschung, hervorgegangen aus der Dissertation, und von der Anfertigung der Arbeit an der Martin-Luther-Universität.

In diesem Jahr entschieden die Juroren, zwei Dissertationen mit dem Wissenschaftspreis zu würdigen. 

Erste Preis für Dr. Christine Piotrowski

Das Thema ihrer Dissertation lautet: „Charakterisierung der Calmodulin/bMunc13-2-Interaktion mit massenspektrometrischen Methoden”

In einer Laudatio beschreibt Prof. Dr. Andrea Sinz, MLU, den Inhalt wie folgt:

Calmodulin (CaM) ist eines der wichtigsten Calcium-bindenden Proteine im menschlichen Körper, für das über 300 Interaktionspartner bekannt sind. CaM reguliert in neuronalen Zellen Munc13-Proteine, welche die Ausschüttung von Neurotransmittern und damit die synaptische Kurzzeitplastizität regulieren. Diese ist unter anderem wichtig für das Erinnerungsvermögen. Christine Piotrowski klärte die molekularen Grundlagen der Wechselwirkung zwischen CaM und der im Gehirn lokalisierten Munc13-Isoform bMunc13-2 mittels chemischer Quervernetzung und Massenspektrometrie und gewann somit Einblicke in die spezifischen Eigenschaften dieser Munc13-Isoform. Frau Piotrowski konnte in ihrer Arbeit zeigen, dass bMunc13-2 an der C-terminalen CaM-Bindungsstelle offensichtlich ein neues Bindungsmotiv enthält, welches nicht dem postulierten 1-5-10-Bindungsmotiv entspricht und sich N-terminal zu dem bisher bekannten CaM-Bindungsmotiv befindet.Während eines dreimonatigen Forschungsaufenthalts in der Arbeitsgruppe von Prof. Jens Meiler an der Vanderbilt University, Nashville, TN, USA führte sie Modeling-Studien durch als eine wesentliche Grundlage der vorliegenden Arbeit.

Zweiter Preis für Dr. Lisa Lampp

Für ihre Dissertation zum Thema "Synthese, Charakterisierung und Anwendung von stabilen organischen Radikalen als Spin-Sonden für die Elektronenspinresonanz-Spektroskopie" erhielt Dr. Lisa Lampp die Auszeichnung.

Sie fertigte die Dissertation in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Peter Imming (MLU) an, der die Ergebnisse wie folgt zusammenfasst: 

Frau Lampp gelang es erstmals, das vollständig deuterierte Galvinoxyl-d41 zu synthetisieren. Galvinoxyl-d41 hat durch die Hyperfeinkopplung des ungepaarten Elektrons mit den Deuteriumatomen ein sehr linienreiches, aber wohl strukturiertes EPR-Signal. Sie fand eine ganz neue Auswertungsmethode dieses Signals, um Sauerstoffgehalte bei niedrigen, physiologisch relevanten Sauerstoffkonzentrationen von 1-6% zu bestimmen.   Herausragend sind Frau Lampps Arbeiten zu Tritylen, die sie auch drei Monate lang ans National Cancer Institute in Bethesda (USA) führten. Sie synthetisierte stabile Chlor- und Schwefel-substituierte Trityle und verkapselte diese in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Mäder (Pharmazeutische Technologie, Halle) in lipophilen Gelen. Mit diesen Materialien und Daten führte sie in-vivo -ESR-Experimente an Mäusen durch. Sie zeigte, dass die radikalhaltigen Präparationen geeignet waren, ca. drei Wochen lang Sauerstoffkonzentrationen zu messen. Ihre Dissertation wurde mit Bestprädikat „summa cum laude“ bewertet.

Die Preisverleihung erfolgte in der Historischen Aula der Martin-Luther-Universität während der feierlichen Zeugnisübergabe an die Absolventen der Fachrichtung Pharmazie.

Dr. David Bär, Vertreter der Bayer Bitterfeld GmbH, überreichte die Preise. Er sagte: „Mit der Verleihung des Wissenschaftspreises folgen wir einer langen Tradition der Bayer AG, wissenschaftliche Leistungen anzuerkennen. Mit dem Preis wollen wir aber auch auf uns aufmerksam machen als hochmoderner Produktionsstandort und interessanter Arbeitgeber in unmittelbarer Nähe zur Universität“.

siehe "Jobs & Karriere"