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Donnerstag - 28.02.2019

Motto des bundesweiten Wettbewerbs: Frag Dich.

23. Regionalwettbewerb Jugend forscht bei Bayer Bitterfeld GmbH

Bitterfeld-Wolfen, 26. Februar 2019„Frag Dich.“ – Unter diesem Motto präsentierten 60 Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten beim diesjährigen Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ bei der Bayer Bitterfeld GmbH. Seit 1997 richtet das Unternehmen diesen Wettbewerb in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik aus. Die jungen Forscher lernen an Schulen und einem Schüler förderndem Institut in Havelberg, Aschersleben, Gräfenhainichen, Halle/Saale, Wernigerode,  Schulpforte und Jessen. Sie  stellten ihre insgesamt 43 Projekte einer Jury vor, die sich ausLehrern, Dozenten, Studenten und Vertreter aus Behörden sowie aus der Wirtschaft zusammensetzt. 

„Wir sind stolz auf unsere jungen Talente, die hier im Unternehmen eine Plattform für die Präsentation ihrer Arbeiten finden. Ich sehe große Begeisterung bei den Schülerinnen und Schülern, die naturwissenschaftliche und technische Forschung betreiben.“ erklärte Dr. Frank Wilgmann, Geschäftsführer der Bayer Bitterfeld GmbH bei der Besichtigung der Projekte. 

Die Jungforscher waren in den Bereichen Chemie, Biologie, Geographie und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik, Technik und Arbeitswelt tätig. Ihre Arbeiten entstanden auch mit Unterstützung von Unternehmen oder Institutionen, wie dem Fraunhofer-Center für Silicium-Photovoltaik CSP, Leibnitz-Institut für Biopflanzenchemie, ECH Elektrochemie GmbH Halle,  der MLU Halle-Wittenberg, Schülerforschungszentrum/Erfinderwerkstatt Halle  – um nur einige zu nennen.  

Geographie/Raumwissenschaft, Mathematik/Informatik und Technik mit den meisten Projekten

Die Beobachtung von Himmelskörpern, Ideen von einem Leben auf dem Mond, die Nutzung der Sonnenenergie aber auch der Blick auf die Zukunft der Erde sind die Inhalte der kleinen Forschungsprojekte.Alexander Hermann (16) vom Paul-Gerhart-Gymnasium Gräfenhainichen konstruierte ein Radioteleskop mit nur wenigen finanziellen Mitteln. Mit dem Radioteleskop soll der Astronomieunterricht durch das Abscannen von Himmelsbereichen und das Messen von Emissionsfrequenzen praktisch anschaulich werden. 

Im Fachgebiet Mathematik/Informatik programmierten die jungen Forscherinnen und Forscher Lösungen für die Visualisierung der Arbeit in der Schule und im Schwimmunterricht oder von Objekten in selbsterstellten 3-D-Modellen für jedermann, einem Projekt von Annalena Rügner (17).  „Am Anfang war die Erde flach“ - mit ihrem Computer-Programm können bisher nicht erfasste Gebäude und Landschaften dreidimensional gezeigt und auch dreidimensional ausgedruckt werden. 

Eric Oliver Schmidt  (16) vom Georg-Cantor-Gymnsasium Halle  setzte sich das Ziel, Suchanfragen von Nutzern umzuformulieren, damit sensibel Informationen verschleichert und nicht direkt als Nutzerprofile von Suchmaschinen erkannt werden. Aber auch mathematische Fragen, wie zum Beispiel die Ermittlung eines genauen Wertes von Pi,  wurden beantwortet.

Im Fachgebiet Technik konstruierten 18  Jungforscher  im Alter von von 11 bis 18 Jahren Lösungen, um Theorie in praktische Projekte umzusetzen. So bauten die Schüler Karl Henning (18), Maxim und Nikolai Loderstedt (16) vom Stephaneum Gymnasium in Ascherleben einen Roboter aus Lego-Steinen zur automatischen Objekterkennung auf der Grundlage  von neuronalen Netzwerken. 

Beispiele vom Forscherdrang in den Fachgebieten Biologie, Chemie, Physik und Arbeitswelt

„Damit der Wein gut schmeckt….“ -  dafür testeten Lena Wlodkowski (18) und Christian Röse (18)  von der Landesschule Pforta  die Bodenbeschaffenheit in einem jungen Weinanbaugebiet am Geiseltalsee. Sie erarbeiteten Lösungen anhand von ermittelten Parametern für eine nachhaltige Rekultivierung des Abraumhalden-Bodens. Bei anderen Projekten standen Gartenschnecken, Erbkrankheiten, transgene Pflanzen  und die Herstellung von Klebstoff aus Lignin im Fokus der forschenden Schülerinnen und Schüler.

In der Altersklasse „Schüler experimentieren“ tauchen Teilnehmer im Fachgebiet Chemie erstmals mit ihren kleinen Projekten in die Welt der Wissenschaft ein. Sie erforschten Zusammenhänge zwischen Tinte, Papier und Tintenkiller und bauten eine Batterie aus Haushaltsmitteln.Gymnasiasten der Oberstufe stellten Forschungen im Bereich der Chemotherapie und der Leitfähigkeit von Stoffen an.

Im Fachgebiet Physik simulierten Sebastian Mitte (14) und Daniel Schmidt (13) vom Christan Wolff Gymnasium mit einer eigens konstruierten Box die Lärmverhältnisse in Schulräumen unter Berücksichtigung des Einsatzes von Materialien zum Schallschutz. Andere Versuche haben gezeigt, dass mit einem Smartphone und geeigneter App Schallpegel im Unterricht, Schulhaus und im Schulumfeld sowie im Wohngebiet unkompliziert gemessen werden können. Anja Sack (18), Landesschule Pforta,  experimentierte an der Verwendung von Klebstoffen bei optischen Geräten und testete das Ergebnis am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik Jena.

Im Fachgebiet Arbeitswelt setzten die jungen Forscher auf die Entwicklung von alltagstauglichen Lösungen im Bereich des Lebens und der Arbeitswelt.Mit einer Konstruktion hoffen drei Jungforscher vom Christian Wolff Gymnasium,  Bettdecken am Wegrutschen zu hindern. Anja Voigt (17), Landesschule Pforta, entwickelte einen einfachen Behälter zur Erzeugung von sauberem Trinkwasser in Afrika.

Preisvergabe und Wettbewerbsverlauf für Sieger

Neben der Bewertung der jeweils drei besten Arbeiten in sieben Fachgebieten im Rahmen des „Jugend forscht“-Wettbewerbs werden viele Sonderpreise, darunter drei Preise für umweltrelevante Themen vergeben. Dr. Wilgmann verleiht Sonder-Preise der Bayer Bitterfeld GmbH. Aber auch besonders engagierte Betreuungslehrer werden ausgezeichnet.

Die Sieger des Regional­wettbewerbes bei Bayer Bitterfeld qualifizieren sich für die Landeswettbewerbe Sachsen-Anhalt „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“. Beide Landeswettbewerbe werden in Magdeburg am 27. und 28. März 2019 ausgetragen;  hier konkurrieren die Sieger der Bayer Bitterfeld GmbH mit den Regionalsiegern aus Halle und Stendal. Die Jugend forscht-Landessieger starten dann beim 54.Bundeswettbewerb vom 16. bis 19. Mai 2019 in Chemnitz.

Organisation

Seit dem ersten Wettbewerb bei der Bayer Bitterfeld GmbH im Jahr 1993 arbeitete Christel Kreiling als Wettbewerbsleiterin. Sie wirkte als Schnittstelle zwischen dem Patenunternehmen, der Stiftung Jugend forscht, Schulen und Betreuern. Während des Wettbewerbes leitete sie die Jury-Arbeit mit den entsprechenden Entscheidungen. Mit Beendigung dieses Wettbewerbes tritt sie in den wohlverdienten Ruhestand. Ihrer Nachfolgerin  Jutta Bardo, Lehrerin am Gymnasium August Hermann Francke in Halle/Saale, gibt sie folgendes mit auf den Weg: „Bitte motivieren Sie Jungforscher, Lehrer und Juroren weiterhin für diesen wichtigen wissenschaftlichen Wettbewerb!“ 

siehe "Jobs & Karriere"