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Freitag - 03.03.2017

Sensorisch und flexibel – Schüler entwickeln einen interaktiven Stadtplan für die Hosentasche

Bayer Bitterfeld GmbH ist seit 21 Jahren Patenunternehmen für Jugend forscht

Unter dem Motto „ Zukunft – ich gestalte sie“ präsentierten in diesem Jahr 75 Schülerinnen und Schüler aus den Städten Aschersleben, Bitterfeld-Wolfen, Gräfenhainichen, Halle, Havelberg, Jessen, Naumburg und Schulfpforta 41 wissenschaftliche Arbeiten in sieben verschiedenen Fachgebieten beim Regionalwettbewerb.  

Seit dem Jahr 1997 richtet die Bayer Bitterfeld GmbH den Wettbewerb „Jugend forscht“ in Sachsen-Anhalt aus. „Wir sind jedes Jahr neugierig auf die Ideen dieser jungen Talente“, so Dr. Thomas Klumpp, Leiter Sicherheit und Technik bei der Bayer Bitterfeld GmbH. Bei einem Rundgang durch die Messe überzeugte er sich vom Können der Schülerinnen und Schüler, die in den Altersklassen „Schüler experimentieren“ und „Jugend forscht“ im Wettbewerb antraten.

Wettbewerbsleiterin Christel Kreiling, die gemeinsam mit den Juroren eine objektive und individuelle Bewertung der Projekte vornimmt, sagte: „Wir danken allen Jungforschern und ihren Betreuungslehrern für Fleiß, Ausdauer und Forscherdrang.“  

Biologie ist immer noch das beliebteste Fachgebiet

Zehn Schülerinnen und Schüler stellten acht Projekte vor. So befasste sich Alina Schischke (18) mit der Bergung und Inventarisierung eines erheblichen Teils der Schmetterlingssammlung des Domgymnasiums Naumburg. Die Sammlung war eine Schenkung von Prof. Werner Janensch, der vor 120 Jahren sein Abitur im Domgymnasium ablegte. Julia Frölich (17) untersuchte die Auswirkungen von Pflanzenschutz- und Düngemitteln auf die Photosynthese-Leistung von Weinreben. In ihren Betrachtungen spielte das Alter der Weinreben eine große Rolle. In der Sparte „Schüler experimentieren“ traten Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 11 und 14 Jahren an. Sie erforschten zum Beispiel die Sauberkeit der Elbe unter Beachtung von pH-Wert und Wassertemperatur, beobachteten den Reifeprozess von Obst und Gemüse, untersuchen den Einfluss verschiedener Lichtfarben auf das Pflanzenwachstum und steuerten das Pflanzenwachstum durch das Düngen mit Kaffee.

Arbeitswelt, Technik und Physik sind starke Fachgebiete

Im Fachgebiet Arbeitswelt werden immer Projekte vorgestellt, die das Arbeitsumfeld oder den Schulunterricht verbessern oder sicherer machen sollen. Justus Vaerst (17) von der Landesschule Pforta befasste sich mit FI-Schutzschaltern, die bei einem Kurzschluss in elektrischen Geräten unser Leben schützen sollen. Er stellte aber fest, dass Sprödigkeit des Materials zu schwerwiegenden Folgen führt.

Philip Göner (17) und Ben Kowanietz (13) vom Schülerinstitut SITI aus Havelberg konstruierten einen Fahrradhelm mit Blinklicht. So kann die Änderung der Fahrtrichtung gut sichtbar angezeigt werden.

Andere Jungforscher bauten eine Schulbank mit integriertem Computer und Bildschirm, untersuchten den Einfluss der Raumgestaltung auf die Motivation der Schüler und erarbeiteten Lösungsvorschläge für die Visualisierung von Unterrichtsstoff.

Schülerinnen und Schüler der Ersten Kreativitätsschule Sachsen-Anhalt e.V. waren erstmals beim Regionalwettbewerb dabei. Sie untersuchten im Fachgebiet Physik die Erzeugung von Energie aus Obst und Gemüse. Andere Teilnehmer fanden zum Beispiel heraus, welcher Radiergummi bei welchen Bleistifthärten zum Einsatz kommen sollte. Ein Projekt befasste sich mit der Messung des CO2-Gehaltes im Klassenzimmer und entwickelten schlussfolgernd Lösungsvorschläge zur Verbesserung des Raumklimas.

Das Georg-Cantor-Gymnasium Halle ist auch in diesem Jahr mit vielen Projekten in fast allen Fachgebieten vertreten. Im Bereich Physik beobachteten Schüler die Doppelbrechung des Lichtes oder konstruierten einen eigenen Geiger-Müller-Zähler zur Messung von natürlich vorkommender Radioaktivität.

Friedrich Günther (17) und Harald Clausing (16) untersuchten die Eigenschaften von supraleitenden Stoffen mit Betrachtung über den verlustfreien Stromfluss.  Die Experimente führten sie im Schülerlabor der Universität Halle am Weinbergcampus durch.  

Drei Mädchen und vier Jungen stellten hoch interessante Projekte im Fachgebiet Technik vor. Richard Müller (17), Paul-Gerhardt-Gymnasium Gräfenhainichen, konstruierte eine universelle Steckdose mit einem Stecker zur Vereinheitlichung der Systeme in Europa. Dabei bietet er eine alternative Lösung an, die ohne einen kompletten Austausch der Systeme auskommt. 

Klara Bestehorn (17) und Jenny Hemstedt (17) lernen an der Landesschule Pforta. Sie erstellten einen interaktiven Stadtplan für die Hosentasche, der mit einem Schaltplan unterlegt ist. Damit wird es möglich, Zielorte durch LED-Lampen sichtbar zu machen.

Im Nachgang an die Bundesgartenschau in Havelberg fertigten Kevin Bauer (17) und Christian Kirschner (17) ein „bewegtes“ Gartenbuch an, das im öffentlichen Raum zur Ausstellung kommt. Per Fernsteuerung kann der Besucher berührungslos im Buch blättern. 

Chemie, Geographie und Mathematik sind mit jeweils fünf Projekten vertreten   

Bitterfeld ist eine traditionelle Chemieregion. Das Fachgebiet Chemie steht somit immer besonders im Focus des Interesses beim Wettbewerb Jugend forscht.    

Ein regionaler Jungforscher, Jonas Winkler (17), Europagymnasium Bitterfeld, experimentierte im Bitterfelder Schülerlabor mit Nanocellulose. Er setzte sich zum Ziel, mikrofibrillierter und nanokristalliner Cellulose unter Verwendung möglichst einfacher und damit billigerer miteinander kombinierter chemischer und mechanischer Methoden zu erforschen.

Ob in Zahnfüllungen oder in Öfen – überall befinden sich Keramiken. Werden diese Keramiken hohen Temperaturen ausgesetzt, entsteht das Treibhausgas. Durch welche kohlenstofffreie Keramiken kann Ersatz geschaffen werden? Klara Luise Metzner (16) vom Landesgymnasium Pforta ging dieser Frage nach.     

Martin Rauch, Sparte „Schüler experimentieren“, entwickelte ein Verfahren zum Aufladen von Handys – ganz ohne Steckdose. Diese Idee möchte er sich patentieren lassen.

Um Boden, Wasser und Planeten drehten sich die Forschungsthemen im Fachgebiet Geographie/Raumwissenschaften.  Schüler betrachteten die Monokultur Mais, züchteten Triopse im Kinderzimmer, beschäftigten sich mit der Erforschung des Deichbaus an der Elbe und mit der Verbesserung der Bodenbeschaffenheit an Hanglagen.    

Louise Kluge (17), Landesschule Pforta,  stellte fest, dass die Masse-Radius-Relationen der „heißen Jupiter“ größer sein müssen, als bisher ermittelt.

In einer Gemeinschaftsarbeit von Gymnasiasten aus Halle, Königs Wusterhausen und Falkensee entstand eine Forschungsarbeit im Fachgebiet Mathematik. Sie errechneten  Polynome als Summe von Vielfachen von Potenzen mit natürlichzahligen Exponaten einer Variablen. Dabei bedienten sie sich bekannter mathematischer Methoden.

Noah Hoffmann (17), Paul-Gerhardt-Gymnasium Gräfenhainichen, erstellte ein mathematisches Modell zur Berechnung von Höhen-Reliefen. Damit lassen sich zum Beispiel Darstellungen in der Kunst als 3-D-Modell berechnen.

Andere Jungforscher bestimmten Punkte in der Landschaft mittels Euler-Tour oder  stellten mathematische Berechnungen für Kartenspiele an. So suchten sie auch experimentell nach Lösungen, um mit einfachen Mitteln relativ schnell animierte Filme zu erstellen als Unterrichtsmaterial für Grundschulen.

Die Jury

Mehr als 20 Juroren aus Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft haben es nicht leicht, die umfangreichen Arbeiten zu betrachten und zu bewerten. Mit großer Freude und mit viel Achtung für das außerschulische Engagement wählten sie die Sieger aus, die sich dann beim Landeswettbewerb in Magdeburg am 29. und 30. März noch einmal ihrer Konkurrenz stellen müssen.   

Stiftung Jugend forscht Hamburg zu Besuch

In diesem Jahr besuchte Dr. Nico Kock, stellvertretender Geschäftsführer und Mitglied des Vorstandes der Stiftung Jugend forscht das Patenunternehmen Bayer Bitterfeld GmbH.  Er sagte: „Jugend forscht begeistert Kinder und Jugendliche für MINT und fördert junge Talente ebenso frühzeitig wie nachhaltig. Dazu leistet die Bayer Bitterfeld GmbH bereits seit 1997 als Patenunternehmen des Regionalwettbewerbs Bitterfeld-Greppin mit ihrem vorbildlichen Engagement einen besonderen Beitrag. Mit ihrer Unterstützung aus Überzeugung sind unsere Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft ein Eckpfeiler des einzigartigen Netzwerks von Jugend forscht und gestalten so die Zukunft unserer Gesellschaft mit.“ 

siehe "Jobs & Karriere"